Im Netz der Tradition


Ich habe es durch Zufall gefunden. Vor etwa acht Jahren fand ich in Tokio, abseits der bekannten Einkaufsstraßen, ein sehr besonderes Netz.
Die Leichtigkeit, Struktur und Haltbarkeit haben mich sofort begeistert. Es wiegt nur 35g und kann bis zu acht Kilo tragen.

Es ließ mir keine Ruhe, mehr über die dahinter stehende Handwerkskunst zu erfahren und dabei stieß ich auf eine Art Märchen.

 

Die Einkaufsnetze werden von einem Eingeborenenstamm namens Khmu im Norden von Laos hergestellt, dessen Kultur Tausende von Jahren zurückreicht.
In ca. 40. kleinen, abgelegenen Dörfern werden die Taschen vollständig von Hand gefertigt. Daher ist jedes Stück ein Unikat.

Die Faser wird aus lokalen, schnell wachsenden Erbsensträuchern gewonnen. Sie spalten, trocknen und spinnen die Faser von Hand und verarbeiten sie
in Tasche in verschiedenen Größen und Formen.
Es dauert etwa zwei Wochen von der Rebe bis zum Endprodukt, um ein einziges Stück herzustellen.

     
 
Traditionell benutzten die Khmu ihre handgefertigten Taschen, um Obst und Gemüse von den Feldern und in den Wäldern zu sammeln.
Aber das Plastikmaterial der Säcke, die für den Import von Waren aus China verwendet werden, hat das Handwerk stark dezimiert.
Denn es hat den Khmu eine schnell umgesetzte Alternative geboten.

Glücklicherweise wurde eine Initiative für das Kunsthandwerk gestartet und damit in vielen Fällen die Existenzgrundlage einzelner Familien.
Ich stehe seit einem Jahr in Kontakt mit ihnen, und jetzt bin ich sehr froh, dass diese Tasche Teil unserer Kollektion ist.

Herzlichst, Philipp
     

 

                              KHMU 1